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Tokyo im März 1995: ein Giftgasanschlag der Aum-Sekte in
der U-Bahn führt zu 12 Toten und Tausenden von Verletzten.
Eine traumatische Erfahrung, die Japan bis ins Mark erschüttert
und der Anfang einer neuen Form des Terrorismus, dessen Vision
die Zerstörung des modernen Metropolenlebens ist. Der
Schriftsteller Haruki Murakami versuchte, den Ursachen dieser
Tat nachzugehen, führte Gespräche mit den Opfern
und recherchierte die Hintergründe und Perspektiven der
Täter: "Wenn das 20. Jahrhundert das Jahrhundert
der Weltkriege war, so wird vielleicht das 21. Jahrhundert
das Jahrhundert eines Untergrundkriegs zwischen
den verschlossenen Geistessystemen und den offenen
Geistessystemen werden."
(Haruki Murakami)
Die in Berlin lebende japanische Bühnenbildnerin und Regisseurin
Kazuko Watanabe entwickelt auf der Basis von Murakamis Untersuchung
ein multimediales Theaterprojekt. Es konzentriert sich ganz auf
die sinnliche Wahrnehmung des Einschnitts, ja Einbruchs, den ein
Terrorakt für eine Gesellschaft darstellt: für die Opfer,
die Angehörigen und für diejenigen, die von dem Geschehen
nur aus der Presse erfahren. In drei Abschnitten verbindet sie die
Lebenswelt in Berlin heute mit dem Anschlag und dem "Leben
danach" in Tokyo - einem Leben, das physisch und psychisch
von dieser Gewalterfahrung gezeichnet ist. Begehbare Installationen,
videoproduzierte Bilderflut und die Intensität einer einzelnen
menschlichen Stimme sind die Elemente, mit denen sie den Zuschauer
im Rohbau des U-Bahnhofs unter dem Kanzleramt auf eine Achterbahnfahrt
der Gefühle mitnimmt: Vom unbeschwerten Alltag zum Terror.
Eine Koproduktion von Media Pool mit dem Haus der Kulturen
der Welt, finanziert mit Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
In Kooperation mit der UdK und der Humboldt-Universität,
mit freundlicher Unterstützung des japanischen Ministeriums
für Kultur, Tokyo.
Underground: Das Poster als pdf-Download
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Underground
Multimedia
Regie: Kazuko Watanabe
Kazuko Watanabe, in Sendai/Japan geboren, ist in Tokio
aufgewachsen. Über den Besuch einer Modeschule in Wien
kommt sie 1972 nach Deutschland. Zunächst entwirft sie
Kostüme für Achim Freyer, Claus Peymann, Axel Manthey,
Christoph Nel und Peter Palitzsch. Ab 1978 arbeitet sie als
selbständige Bühnen- und Kostümbildnerin u.a.
für George Tabori, B.K. Tragelen und Volker Hesse für die
Kammerspiele München, die Schauspielhäuser Bochum,
Bonn, Düsseldorf und Basel. 1988 gibt sie ihr Regie-Debüt
mit Joshua Sobols "Sylvester 72" und hat seither
ca. 25 Theaterstücke und 17 Opern inszeniert. 1998 wurde
sie mit der Produktion "Stecken, Stab und Stangl"
zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Watanabe lebt heute
in Berlin und unterrichtet an der Universität der Künste.
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