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Wole Soyinka, Literaturnobelpreisträger und wichtigster
Dramatiker Afrikas, eröffnet IN TRANSIT 04. Er entwickelt
eigens für diesen Anlass gemeinsam mit dem Kurator Koffi
Kôkô ein theatrales Projekt, bei dem das ganze
Haus der Kulturen der Welt bespielt wird. Bewusst ist hier
eine Form gewählt, die sich nicht kategorisieren lässt,
die nicht Performance oder Tanz oder Theater ist, sondern
ein experimentelles Feld, das Raum lässt für die
Entstehung von etwas Neuem.
Ausgangspunkt des Abends ist sein Gedicht "Samarkand and Other
Markets I Have Known", in dem er eine Metapher für den
Austausch zwischen Menschen und Kulturen entwirft, der die
eng gesteckten Grenzen von nationalen, ethnischen oder religiös
bestimmten Denkweisen überwindet. Das postkoloniale Afrika,
so Soyinka, ist geprägt von den Kriegen entlang ethnischer
Reibungslinien, deren Ursprung willkürliche nationale
Grenzziehungen der Kolonialzeit waren. Dass ein kultureller
Austausch aber sehr wohl möglich ist, zeigt der Markt:
Umschlag- und Begegnungsplatz in einem.
"A market is kind haven for the wandering soul
or the merely ruminant. Each stall
is shrine and temple, magic cave of memorabilia.
Its passages are grottoes that transport us
bargain hunters all, from pole to antipodes, annulling
time, evoking places and lost histories."
Die Inszenierung wird gemeinsam mit Peter Badejo und Teilnehmern
verschiedener Nationen erarbeitet. Die musikalische Dimension
eröffnen die "Black
Voices", eine hochrangiges A-cappella-Ensemble aus
der black community Birminghams.
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Samarkand - A Reading in Music and Movement
Konzeption und Regie: Wole Soyinka, Koffi Kôkô
und Peter Badejo
Teilnehmer: Wole Soyinka, Koffi Kôkô, Peter Badejo,
Black Voices (Musik), Tunji Oyelana (Musik) Compagnie Tché
Tché & Compagnie Kongo Ba Téria (Tanz)
Konzert Black Voices: Carol Pemberton, Shereece Storrod, Sandra
Francis, Celia Anderson, Evon Nelson
Sprachen: Deutsch und Englisch
Wole Soyinka wurde 1934 in Isara/ Westnigeria geboren.
1954 ging er nach England und arbeitete nach einem Studium
der Theaterwissenschaft 1958-60 als Dramaturg und Schauspieler
am Royal Court Theatre, London. 1960 kehrte er in seine Heimat
zurück, wurde dort 1965 und 1967-69 aus politischen Gründen
mehrfach inhaftiert. 1986 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.
Soyinka ist Autor von insgesamt 25 Theaterstücken, von
denen er viele selbst inszeniert hat. Zur Zeit unterrichtet
er Vergleichende Literaturwissenschaften an der Emory University
in Atlanta.
Peter Badejo zählt zu den profiliertesten nigerianischen
Choreografen, Tänzern und Performance-Spezialisten. Er
lebt seit 1990 in London, wo er sich sehr schnell mit seiner
Verbindung aus traditionellem nigerianischem Tanz und zeitgenössischem
britischen Tanz einen Namen gemacht hat. Sein Engagement für
den aktuellen afrikanischen Tanz zeigt sich auch in Workshops,
Jugendprogrammen und intensiven Forschungen zum Thema.
Black Voices
http://www.blackvoices.co.uk
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