|
Der Butoh ist - neben dem deutschen Tanztheater und dem Modern
Dance - die wichtigste Innovationskraft für den Tanz
im 20. Jahrhundert: In dem Bezug auf die körperliche
Arbeit japanischer Reisbauern einerseits, überlieferte
Traditionen des Schamanismus und Animismus andererseits entstand
eine Darstellungsform des nackten Körpers in einem Zustand
zwischen Leben und Tod, zwischen schonungslosem Exhibitionismus
und Groteske, der den Westen über Jahrzehnte gleichzeitig
faszinierte und schockierte.
Akira Kasai hat seit den frühen 1960er Jahren großen
Anteil an der Entwicklung der Butoh-Bewegung. Seine Choreographien
sind hochgradig expressiv aufgeladen. In dieser Produktion
improvisiert er zu Bildern einer Ausstellung über den
Butoh-Begründer Tatsumi Hijikata, dessen Buch "Bibo
No Aozora" (Blauer Himmel mit wunderschönem Antlitz)
diesem Stück den Titel gab.
|
|
|
Bibo No Aozora - Blauer Himmel mit wunderschönem
Antlitz
Tanz und Choreografie: Akira Kasai
Akira Kasai, geboren 1943, studierte ursprünglich
modernen Tanz und klassisches Ballett, begeisterte sich aber
sofort für den Butoh, als er 1963 Kazu Ohno, einen "Urvater"
dieser Tanzform traf. Im Jahre 1979 hörte er jedoch abrupt
auf zu tanzen, löste sein Ensemble auf und ging nach
Deutschland, um Eurhythmie und Anthroposophie zu studieren.
Nach seiner Rückkehr sechs Jahre später begann er
seinen eigenen, höchst individuellen Stil zu kreieren,
der ihm den Beinamen "Nijinsky des Butoh" eingebracht
hat.
Zeitgleich zum Festival wird in der IfA-Galerie, Berlin, eine
große Butoh-Ausstellung
eröffnet. Es war diese Ausstellung, zu deren Eröffnung
in Tokio Akira Kasai seine Hommage an seinen Mentor und Freund
Tatsumi Hijikata erstmals aufführte.
|