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Der Frage nach dem Verhältnis von Tradition und Moderne
gehen gehen die Erste Tänzerin der "Beijing Modern
Dance Company", Gaoyan Jinzi, und ihre Mutter Luo Lili
nach. Die Konstellation Mutter und Tochter - zwei Generationen:
vor und nach der Kulturrevolution - zwei Tanzsprachen: in
den Körper eingeschriebene Disziplin einerseits, Suche
nach Befreiung andererseits - zwei Kulturen, die sich gegenseitig
bedingen und doch in Widerspruch zueinander stehen.
In 6 Bildern vertanzen Mutter und Tochter ihre ganz persönliche
Stellungnahme zu dieser Thematik: Die Entwicklung von Tradition
zu Moderne, so ihre These, entspricht der biologischen Evolution
der Gene. "Die Erbanlagen haben sich im Laufe der Evolution
kontinuierlich selbst reproduziert, wobei eine Vielzahl an Erscheinungsformen
entstanden ist. Diese Variationen sind also das natürliche
Ergebnis der Evolution; auf die Erbanlagen bezogen bedeuten sie
aber Rebellion, Nichtakzeptanz des Dagewesenen." So tragen
die sechs Bilder des Tanzes die Titel "Eine Kopie herstellen",
"Vererbung", "Serie bilden", "Variationen",
"In Teile zerbrechen", "Das Nichts".
Übertragen bedeutet dies: In der gegenseitigen unaufhörlichen
Erzeugung von Widersprüchen nehmen der traditionelle wie der
zeitgenössische Tanz immer wieder neue Gestalt an. Ihre musikalische
Entsprechung finden diese choreographischen Segmente in der eigens
für diese Neuproduktion geschriebenen Komposition der chinesischen
Komponistin, Sängerin und Schriftstellerin Liu Sola, des "enfant
terrible" der Neuen Musik-Szene Chinas.
Die Beijing Modern Dance Company wurde 1995 gegründet, erster
künstlerischer Leiter war Jin Xing. Ihr Ziel ist es,
die Tanztradition Chinas mit Elementen des westlichen zeitgenössischen
Tanzes zu verbinden.
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Jue - Erwachen
Tanz und Choreografie: Gaoyan Jinzi & Luo Lili
Musik: Liu Sola (Komposition), Mu Yang Jing, Zhang Yangsheng
Gaoyan Jinzi, 1976 in Tianjin geboren, hat an der
Beijing Dance Academy studiert und ist seit 1995 Tänzerin
und Choreografin bei der Beijing Modern Dance Company (BMDC), die
im selben Jahr gegründet und bis 1998 von Jin Xing (vgl.
"Person to Person" bei IN TRANSIT 02) geleitet wurde.
Ihre erste Choreografie für die BMDC entstand 1994, seither
hat sie elf weitere Stücke erabeitet. Ihre Mutter, Luo
Lili, geboren 1947, arbeitet seit 1976 als Tänzerin
und hat seither viele Tänze und Tanzdramen selbst produziert
und verschiedene Festivals geleitet.
Liu Sola ist in Jazz, Blues und traditioneller chinesischer
Musik gleichermaßen zuhause. Nach frühem Erfolg
als Schriftstellerin und Komponistin ging sie mehrere Jahre
ins Ausland. Ihr erstes US-Album "Blues in the East"
hielt sich wochenlang unter den besten 10 der Weltmusikcharts.
Im Jahre 2000 kehrte sie nach China zurück. Ihr neues
Ensemble, das sich aus traditionellen chinesischen Musikern,
sowie amerikanischen Jazz- und Rockmusikern zusammensetzt,
feierte bei transonic 2003 am Haus der Kulturen der Welt Premiere.
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