FRAMING - Zur Umrahmung der Kulturen der Welt
Konferenz am 18. und 19. Juni 2004
Ausgehend von den verschiedenen Bedeutungen des Begriffs "framing"
wurde die gleichnamige Diskussionsreihe entwickelt: "framing"
als materieller Rahmen, der ein Kunstwerk von seiner Umgebung ab-
bzw. eingrenzt, als immaterieller Rahmen im Sinne eines Kontextes,
in den ein Gegenstand gestellt wird, und schließlich als Synonym
für "jemandem etwas unterstellen". In der Reihe wurden
bisher die Mechanismen des "Framens" im Kunst- und Filmbetrieb
diskutiert. Nun werden Repräsentationsstrategien im urbanen
Raum behandelt sowie die politische Indienstnahme von "Kultur".
Freitag 18.6.04
17 Uhr >> Spektakel der Inszenierung: die eventisierte Stadt
Kultur im öffentlichen Raum hebt die Attraktivität einer
Stadt und wird gezielt politisch und ökonomisch von stadtpolitischer
Seite eingesetzt. Der Fokus liegt hier auf Festivals, Spektakeln
und weiteren (multi-)kulturellen Events, die als symbolisches
Kapital dienen und eine Stadt zu einem Markennamen inszenieren.
Inwiefern nehmen Kulturinstitutionen und kulturelle Akteure an derlei
marktorientierten und stadtgesellschaftlichen Prozessen teil?
20 Uhr >> Stadtkulturpolitik im "Neuen Berlin" (Podiumsdiskussion)
Die "Berliner Republik" geht einen "kulturellen
Sonderweg". Thematisiert werden die Hintergründe und Ausgestaltung
europäischer Kulturpolitik und das "Kulturverständnis",
mit dem auf lokaler und internationaler Ebene operiert wird. Politikern,
Kulturschaffenden und Kultur-wissenschaftlern wird hier die Möglichkeit
des kritischen Gedankenaustauschs über eine Instrumentalisierung
von "Kultur" für politische Zwecke gegeben.
Samstag 19.6.04
15 Uhr >> Kulturelle Global Player: Zum symbolischen Kapital
der Kultur
Das Konzept der "kulturellen Ökonomie" arbeitet
die Nähe von "Kultur" zu "Ökonomie"
heraus. Einerseits wird thematisiert, inwiefern kulturelle Global
Player via Design und Werbung Einfluss auf die Verbreitung kultureller
Güter in einer globalisierten Ökonomie nehmen. Andererseits
wird auch Kultur selbst als Gobal Player zur Diskussion gestellt.
17:30 Uhr >> Ethno-Marketing vs. Vermittlung von "Ethnics"
(Podiumsdiskussion)
Ethno-Marketing hat sich zu einer selbstständigen Branche
entwickelt. Es richtet sich mit speziellen kulturellen Zeichen an
ein ethnisch markiertes Zielpublikum. Wie werden diese imaginären
Gruppen "geframed" seitens der Agenturen? Inwiefern wenden
nun umgekehrt kulturelle Einrichtungen eben solche Vermarktungsstrategien
an, indem sie ihre dargestellten Kulturgüter ethnisch markieren?
Wie vermitteln "Kulturelle Broker" Kulturen der Welt?
Konzept: Tirdad Zolghadr, in Zusammenarbeit mit Kerstin Frei und
Peter C. Seel.
WIE EINE FATA MORGANA
Eine Installation von Setareh Shahbazi und Roseline Rannoch
Fr 23.4. - Sa 19.6.04
Ein künstlerischer Kommentar zur "transkulturellen"
Ausstellungspraxis: Die Künstlerinnen beschäftigen sich
mit Funktionen und Bedeutungen kultureller, medialer und subjektiver
Frames und setzen sich kritisch und ironisch zugleich mit Begriffen
wie Diaspora, Regionalismus, kulturelle Symbolik, kulturelles Erbe
und individuelle Biographie auseinander. Aus der Distanz greifen
sie auf das sogenannte "gemeinsame Kulturerbe" zurück,
akkumulieren Zeichen - Bilder, Zitate und Produkte als Charakteristika
einer bestimmten kulturellen Landschaft - und bilden daraus einen
Rahmen, durch den man die Zeichen betrachten kann. Dabei wird untersucht,
inwiefern sich ein Kunstwerk verändert, wenn man die Frames
verändern oder diese gar verschwinden lässt.
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