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Coco Fusco

THE INCREDIBLE DISAPPEARING WOMAN

Performance - Premiere
Konzept und Regie: Coco Fusco
Darsteller: Coco Fusco, Ricardo Dominguez, ein Cyborg
Fr 13.6. + Sa 14.6., 21.30 h
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro
Di 10. 6., 18.30 h > Talkshow mit Coco Fusco
(Eintritt frei)

> Die Produktion
Drei Charaktere befinden sich in einem Chat-Room - ein virtuelles Museum für feingeistige Konsumenten der Perversion: Wer sich einloggt, kann aus einer Liste von "Galerien" Live-Performances wählen, die soziale, politische und sexuelle Tabus brechen. Die Kunden können diese Vorstellungen nach ihrem persönlichen Geschmack ausgestalten und von den Insassen des Chat-Rooms nachspielen lassen...

Das Stück bezieht sich auf eine Performance aus den 70er-Jahren, in der ein amerikanischer Künstler behauptete, seine sexuellen Erlebnisse mit der Leiche einer Mexikanerin auf Tonband aufgezeichnet zu haben. Im Bezug auf diese Kunsttradition, die mit allen Tabus bricht, lotet Fusco die Grenzen der Performance aus und reflektiert, was es heißt, "sich tot zu stellen, um zu leben" - mit allen politischen, kulturellen und geschlechtlichen Implikationen.

> Die Idee
"Was die Figuren in meinem Werk verbindet, ist ihr Verhältnis zum Tod. Dieser wird auf der Bühne von einer Frau dargestellt - einer modernen Verkörperung des altehrwürdigen mexikanischen Archetypus der ‚Pelona', der Kahlköpfigen. Sie liegt da vor uns als eine Erinnerung an unsere Grenzen, an die andere Seite in jedem und jeder von uns. Wie Octavio Paz im ,Labyrinth der Einsamkeit' schrieb: ‚Der Tod ist ein Spiegel, der das eitle Gestikulieren der Lebenden zeigt... Der Tod bestimmt das Leben; ein Tod zeigt dieses Leben in erstarrten Formen; wir verändern uns nur, um zu verschwinden...'
,The Incredible Disappearing Woman' ist andererseits mein Versuch, die Frage zu behandeln, wie wir das Faktum der politisch-ideologischen Gewalt in einer Kultur des Informationsüberflusses und der Simulation sichtbar machen können. Wir fallen zu schnell der Überzeugung anheim, die Ausweitung des Informationsflusses würde auch die Möglichkeiten interkultureller Kommunikation fördern. Es ist Zeit, sich zu fragen, wie viel wir von dem wissen wollen, das wir zu sehen begehren." Coco Fusco

> Die Regisseurin
Coco Fusco zählt zu den bedeutendsten Performance-Künstlerinnen der Gegenwart, mit ihren "dekonstruktiven Parodien" hinterfragt sie die Masken des westlichen Multikulturalismus, reflektiert die Frage, was Performance ist. Sie ist von Nordamerika bis Neuseeland aufgetreten, hat Ausstellungen kuratiert und Vorträge gehalten. Zu ihren bekanntesten Performances zählt "The Couple in the Cage", bei der sie zusammen mit dem mexikanischen Performance-Künstler Guillermo Gomez-Peña in verschiedenen Museen live als Vertreter einer unentdeckten karibischen Spezies in einem Käfig saß.

Coco Fusco lehrt an der School of the Arts, Columbia University. Zu ihren bekanntesten Büchern zählen "English is Broken Here" (The New Press, 1995) und "The Bodies That Were Not Ours and Other Writings" (Routledge/inVA, 2001). Sie lebt in New York.

Die anderen Produktionen:

- Les feuilles qui resistent au vent >>
- The Global Soul - The Buddha Project >>
- Diva Siva >>
- Undesirable Elements Berlin >>
- Report on Giving Birth >>
- Mapplethorpe >>



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