MAPPLETHORPE
Tanz
Tanz und Choreographie: Ismael Ivo
Musik: Steve Reich, Giacomo Puccini
Do 12.6., 20 h
Fr 13.6. + Sa 14.6., 21 h
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 10 Euro
Mi 11.6., 18.30 h > Talkshow mit Ismael Ivo
Do 12.6. > Postshow Talk (Eintritt frei)
> Die Produktion
Die Eingangsszene: Ismael Ivo mit dem Rücken zum Publikum.
Hinter einer Glaswand in einem vertikalen Tunnel gefangen, reckt
er sich empor, kauert sich wieder zusammen. Dazu die pulsierende
Musik von Steve Reich ...
Ismael Ivos neuestes Solo reflektiert seine Begegnung mit Robert
Mapplethorpe und ist zugleich eine Hommage an das Lebenswerk des
berühmten Fotografen - eine Performance in drei Teilen:
Gefängnis: Die Emanzipation des menschlichen Körpers -
mit physischen und spirituellen Mitteln
Blumen: 100 künstliche weiße Calla-Lilien -
elementare Symbole in Mapplethorpes fotografischem Schaffen
Sterblichkeit: Solo auf einem schmalen Steg vor überdimensionalem
Spiegel
> Die Meinung
"Mit außerordentlicher Subtilität hat der Tänzer
für den Fotografen eine Zeremonie der Sinne von vollkommener
kalligrafischer Reinheit geschaffen."
"Il Giorno / La Nazione" zur Erstaufführung während
der Biennale von Venedig 2002
> Die Idee
"Als ich das erste Mal durch Zufall in der Wohnung von Robert
Mapplethorpe war und seine Fotos sah - mit der extremen Ästhetisierung
und Sexualisierung des männlichen schwarzen Körpers -
empfand ich das als Schock... In seinem Studio dann, hinter seiner
Kamera versteckt, bat er mich, meinen Kopf und Torso in diese oder
jene Richtung zu bewegen - langsam, schnell, stopp, stillhalten:
Er zeigte das Geschick eines Choreographen. Ich war sofort beruhigt
und stellte meinen Körper und meine Seele für diesen feierlichen
Moment zur Verfügung. Es war einer der tiefsten und bewegendsten
Dialoge meiner Karriere." Ismael Ivo
> Der Tänzer
Ismael Ivo studierte in seiner Geburtsstadt São Paulo
Schauspiel und Tanz und wurde dort 1981 und 1982 als bester Tänzer
ausgezeichnet. 1983 wird er Tänzer am berühmten "Alvin
Ailey Dance Theatre" in New York und später dort Solotänzer.
Von 1996 bis 2000 war er Leiter des Tanztheaters am Deutschen Nationaltheater
Weimar. Ivo greift in seiner Arbeit die Klischees des schwarzen
Körpers in der westlichen Welt auf, überspitzt und ironisiert
sie. Er hat unter anderem mit Johann Kresnik, George Tabori und
Takashi Kako zusammengearbeitet, am Haus der Kulturen der Welt war
er in den Auftragsproduktionen "Tristan und Isolde" mit
Marcia Haydée und "Die Zofen" von Yoshi Oïda
zu sehen. Ismael Ivo lebt und arbeitet heute in Berlin.
> Der Fotograf
Robert Mapplethorpe sorgte in den 60er- und 70er-Jahren
mit seinen Aktfotografien für Aufruhr in der amerikanischen
Öffentlichkeit. Sein Markenzeichen, die deutliche Stilisierung
und Ästhetisierung, inbesondere schwarzer Körper, machten
ihn zur Ikone der zeitgenössischen Fotografie. Er starb 1989.
(Bilder unter www.mapplethorpe.org).
Die anderen Produktionen:
- Les feuilles qui resistent au vent >>
- The Global Soul - The Buddha Project
>>
- Diva Siva >>
- Undesirable Elements Berlin >>
- Report on Giving Birth >>
- The Incredible Disappearing Woman >>
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