LES FEUILLES QUI RESISTENT AU VENT
Tanz - Auftragsproduktion - Premiere
Konzept und Choreographie: Koffi Kôkô
Tanz: Koffi Kôkô, Eric Acakpo, Alougbin Awoulath, Kpadonou
Loko Samson, Abubacar Usman, Filibert Tologo, Armand Awassi
Komposition und Musik: João de Bruço, Achille Acakpo
Musik: Fiacre da Costa
Fr 30.5. + Sa 31.5., 20 h | So 1.6., 19 h
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 10 Euro
Fr 30.5. > Postshow Talk (Eintritt frei)
Mi 4.6., 18.30 h > Talkshow mit Koffi Kôkô (Eintritt
frei)
> Die Produktion
Der erste Blick fällt auf eine Videoprojektion: Rituelle Tänzer
schwingen auf 12 Meter hohen Bambusstämmen, den Göttern
nahe. Man erzählt, dass sie - wie Blätter, vom Wind getragen
- fallen, wenn sie im Zustand höchster Trance das Gleichgewicht
verlieren. Vor diesem Hintergrund winden sich Arme und Beine aus
zwei Kokons, die an Bambus kleben: Langsam werden die Tänzer
sichtbar.
Dies sind die Bilder, mit denen Koffi Kôkô seine Choreographie
beginnt. Vor den Augen der Zuschauer vollzieht sich die Aneignung
des Bühnenraumes durch die Tänzer und dessen Transformation
in einen "Altar der Düfte, wo sich die Geister der Vergangenheit
und der Gegenwart im Tanz begegnen" (Koffi Kôkô).
Eine Reise durch die Lehren des Lebens von der Tradition zur Moderne:
Einerseits bezieht sich Koffi Kôkô mit den Techniken
seiner spirituellen Herkunft auf die Tradition, andererseits vermittelt
die moderne, poetische Körpersprache den Moment der Initiation,
des Umbruchs.
> Die Idee
"Der Klang einer Glocke lädt mich ein, die kleine Pflanze
im Meer aufzusuchen, auf dass sie mir die Geheimnisse des Lebens
enthülle, die ich vielleicht vergaß oder die mir bis
zu diesem Zeitpunkt verborgen blieben
Die Pflanze ist das allumfassende Symbol der Natur. Sie heilt, nährt,
gibt Zeugnis und regt die poetische Fantasie an. Sie stirbt und
lebt erneut. Sie erinnert uns an den Kreislauf jeglichen Daseins
von der Geburt zum Tod, dann zur Wiedergeburt in der Metamorphose.
Diese besondere Pflanze beinhaltet einen Widerstand gegen die Prinzipien,
die gleichzeitig ihr Eintreten in die Welt bedingen: ein Widerstand
gegen oder ein Verzicht auf Traditionen, Konventionen, Zeit, Zweifel
und Einsamkeit, die sie ebenfalls benötigt. Vor allem bleibt
die Hoffnung bestehen - nennen wir sie ruhig den Glauben an die
angestrebte Erhebung - jene, die zu einem universellen Licht führt.
Hölderlin umschrieb es so: ,Einem Stern entgegen gehen, nichts
weiter'". Koffi Kôkô
> Die Compagnie Der Tänzer und Choreograph Koffi Kôkô ist
Mitbegründer und herausragender Vertreter der zeitgenössischen
afrikanischen Tanzszene. Obwohl er aus einer Diplomatenfamilie stammt,
wandte er sich bereits als Kind der spirituellen Tradition Benins
zu. Koffi Kôkô vereint zwei Sprachen und Denkweisen
in sich: die des zeitgenössischen Künstlers und die des
Priesters. Seit den 80er-Jahren lebt er in Paris und seinem Geburtsort
Ouidah, Benin.
Die Proben für diese Auftragsproduktion des Hauses der Kulturen
der Welt fanden hauptsächlich an historischen Orten des westafrikanischen
Landes statt. Die 6 Tänzer und 3 Musiker der transafrikanischen
Compagnie stammen aus Benin, Nigeria und Burkina Faso. Der Komponist
und Musiker João de Bruço aus Brasilien hat mit Koffi
Kôkô bereits in der Produktion "Die Zofen"
zusammengearbeitet.
Das Bühnenbild und die Kostüme wurden von Pede Yves Appolinaire
kreiert, einem der Künstler, die die berühmten "Portes
de non retour" in Ouidah erschaffen haben - ein Mahnmal, das
an den Leidensweg der Sklaven über den Atlantik erinnert.
Die anderen Produktionen:
- The Global Soul - The Buddha Project
>>
- Diva Siva >>
- Undesirable Elements Berlin >>
- Report on Giving Birth >>
- The Incredible Disappearing Woman >>
- Mapplethorpe >>
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