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Wir erleben eine rasante Veränderung der Bedeutung von Kunst und Kultur. Werden einerseits homogene, nationale Kulturkonzepte durch Migration und Globalisierung grundlegend verändert, in Frage gestellt oder sogar aufgelöst, laden sich andererseits Kunst und Kultur mit neuen politischen Bedeutungen auf. Neben den konservativen Konzepten nationaler, ethnischer oder religiöser Identität entstehen die neuen Geschichten, die Gegenmythen. Sie basieren auf dem Leben der Menschen, auf ihren besonderen Erfahrungen, auf dem Respekt für ihre individuelle Wahrheit. Diese Perspektiven und Geschichten sind der Stoff der aktuellen Performance-Künste. Ihnen widmet sich das Festival IN TRANSIT, das nach 2002 nun zum zweiten Mal veranstaltet wird.
Der diesjährige Titel 'Customs: Nothing to declare' spielt
auf die Bedingungen postkolonialer Kulturproduktion an - Customs
sind Grenzen und ihre Kontrollmechanismen, Customs sind aber auch
die Gebräuche und Traditionen, die im Kontext von Globalisierung
und Migration grenzüberschreitend aufeinandertreffen und in
einen internationalen Dialog treten.
Ong Keng Sen (Kurator und künstlerischer Leiter)
IN TRANSIT begeht in diesem Sommer sein zweites Jahr. Wie bei jedem
zweiten Jahr gibt es noch mehr Fragen als zuvor, und oft genug keine
Antworten. Letztes Jahr hat man mir viele Fragen gestellt, etwa
die, ob IN TRANSIT ein multikulti-Festival oder politisch korrekt
ist, oder ob kultureller Austausch an sich schon Kunst ist. Lesen
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